*** Pressemitteilung der SPD-Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft Hamburg ***
Long Covid und ME/CFS: Neues Stufenmodell soll Versorgung von PAIS-Betroffenen verbessern
Menschen mit Long Covid, ME/CFS und anderen Formen des Post Acute Infection Syndrome (PAIS) finden häufig keine bedarfsgerechte medizinische Versorgung. Um diese Versorgungslücke anzugehen, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in einem gemeinsamen Antrag für ein dreistufiges ambulantes Versorgungsmodell am UKE ein (siehe Antrag). Ziel ist ein schnellerer Zugang zu spezialisierter Diagnostik und Therapie sowie eine bessere Koordinierung der Behandlung. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 2. September.
Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg:
„Long Covid, ME/CFS und andere Formen des Post Acute Infection Syndrome stellen viele Erkrankte vor enorme Herausforderungen. Für viele Betroffene ist der Weg zur richtigen Diagnose und Behandlung bis heute ein langer Leidensweg. Deshalb wollen wir die Versorgung besser verzahnen und den Zugang zu spezialisierter Diagnostik und Therapie erleichtern. Das UKE braucht die notwendige Institutsermächtigung, um Patient:innen mit Post Acute Infection Syndrome dort künftig auch ambulant behandeln zu können. Gleichzeitig müssen wir auch die Versorgung von Kindern und Jugendlichen stärker in den Blick nehmen. Erfolgreiche Angebote wie das CFS-Kids-Mobil für betroffene Kinder und Jugendliche dürfen nicht dauerhaft auf Spenden angewiesen sein. Senat und Krankenkassen müssen sich für tragfähige Lösungen und eine langfristige Finanzierung einsetzen.“
Dazu Linus Görg, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion Hamburg:
„Wer an einem Post Acute Infection Syndrome erkrankt ist, braucht oft eine spezialisierte Behandlung, doch genau daran fehlt es bislang vielerorts. Das am UKE entwickelte Stufenmodell schafft eine klare Versorgungsstruktur: Es stärkt die hausärztliche Versorgung, unterstützt Betroffene mit einer Lots*innenfunktion und ermöglicht spezialisierte Diagnostik und Therapie für besonders komplexe Fälle. Ein solches Angebot würde die Versorgung von PAIS-Betroffenen in Hamburg deutlich verbessern, das haben die Expert*innen in einer Anhörung im Gesundheitsausschuss Anfang des Jahres deutlich gemacht. Mit unserem Antrag wollen wir ein Zeichen für die Umsetzung dieses Angebots setzen und das UKE darin bestärken, den wichtigen Schritt einer Ermächtigung zur ambulanten Versorgung zu gehen. Zudem gilt es, im Bund auf Verbesserungen für PAIS-Betroffenen hinzuwirken und die Gespräche mit Krankenkassen und Pflegeverbänden zu intensivieren, damit konkrete Lösungen gemeinsam ermöglicht werden.“
Hintergrund
Das am UKE entwickelte Versorgungskonzept wurde im Februar 2026 im Gesundheitsausschuss vorgestellt und sieht drei aufeinander aufbauende Versorgungsstufen vor: die hausärztliche Betreuung, eine koordinierende Lots:innenfunktion sowie spezialisierte Diagnostik und Therapie. Für die Umsetzung sind eine strukturell gesicherte Finanzierung und die Ermächtigung des UKE zur ambulanten Versorgung von PAIS-Patient:innen erforderlich.