Quelle des Videos: Hamburgische Bürgerschaft
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
meine Damen und Herren,
der Antrag klingt auf den ersten Blick nach einer Verbesserung der Pflegeausbildung. In Wahrheit ist er ein Schritt zurück in ein überholtes System.
Die sogenannte Rückkehr zu getrennten Ausbildungsberufen ignoriert die Realität im Gesundheitswesen.
- Pflege heute bedeutet nicht mehr starre Zuständigkeiten, sondern komplexe, vernetzte Versorgung.
- Genau darauf antwortet die generalistische Ausbildung:
- Sie befähigt Pflegekräfte, Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlichsten Situationen zu versorgen – flexibel, qualifiziert und zukunftsfähig.
Wer diese Generalistik abschaffen will, beschränkt nicht nur die Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte, sondern senkt auch die Attraktivität des Berufs. Und das in einer Zeit, in der wir dringend mehr – nicht weniger – gut ausgebildete Pflegekräfte brauchen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 158.000 Menschen, so viele wie nie zuvor befinden sich in einer Pflegeausbildung. Von einem Scheitern kann also keine Rede sein. Im Gegenteil – die Reform wirkt.
Der Vorschlag, die Altenpflege auf zwei Jahre zu verkürzen, ist höchst problematisch.
- Gerade in diesem Bereich steigen die Anforderungen:
- Multimorbidität, Demenz, komplexe Pflegebedarfe.
- Dafür braucht es mehr Kompetenz, nicht weniger Ausbildungszeit.
Meine Damen und Herren,
statt funktionierende Strukturen zurückzubauen, sollten wir sie stärken:
- bessere Praxisanleitung,
- gute Einarbeitung,
- verlässliche Perspektiven im Beruf.
- Genau hier liegt der richtige Ansatz.
Der Antrag der AfD löst kein Problem – er schafft neue. Deshalb lehnen wir ihn entschieden ab.
Vielen Dank!