*** Pressemitteilung der SPD-Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft Hamburg ***

Asklepios Klinik Wandsbek: SKA zeigt auffällige Entwicklung bei Abmeldezeiten der Notaufnahme

Nach Recherchen von ZDF und SPIEGEL zu möglichen Missständen in der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Wandsbek hat die SPD-Gesundheitspolitikerin Claudia Loss die Situation vor Ort sowie die Hamburger Notfallversorgung insgesamt mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage beleuchtet. Die Senatsantwort auf die Anfrage zeigt eine auffällige Entwicklung: Im ersten Halbjahr 2025 war die Wandsbeker Notaufnahme insgesamt 104 Stunden von der Not- und Unfallversorgung abgemeldet, im zweiten Halbjahr waren es nur noch neun Stunden (siehe Anlage). Hintergrund der Berichterstattung ist ein Brandbrief von Ärzt:innen der Notaufnahme, in dem sie vor Gefahren für Patientensicherheit, Mitarbeitendengesundheit und Versorgungsqualität warnten und einen aus ihrer Sicht „von kaufmännischer Seite erzeugten Bettendruck“ kritisierten. Asklepios weist den Vorwurf zurück.

Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg:

„Die Berichte aus der Wandsbeker Notaufnahme enthalten gravierende Vorwürfe. Deshalb wollten wir wissen, was sich anhand belastbarer Daten über die damalige Situation sagen lässt. Auffällig ist: Im ersten Halbjahr 2025 war die Notaufnahme insgesamt 104 Stunden abgemeldet, im zweiten Halbjahr nur noch neun Stunden. Die Aussagen der Ärzt:innen aus der Klinik sind ernst zu nehmen. Unsere Anfrage kann allerdings nicht klären, ob der deutliche Rückgang der Abmeldezeiten mit den von ihnen geschilderten Problemen zusammenhängt. Umso wichtiger ist, dass Asklepios nachvollziehbar darlegt, wie die Entscheidungen über Abmeldungen im zweiten Halbjahr 2025 zustande kamen und welche Rolle die damalige Belastungssituation der Notaufnahme dabei spielte.

Gleichzeitig zeigt die Anfrage, dass wir die Notfallversorgung als Ganzes betrachten müssen. Eine Notaufnahme funktioniert nicht für sich allein. Wenn Patient:innen nicht zügig auf eine geeignete Station verlegt werden können, stauen sich Fälle in der Notaufnahme. Und wenn Menschen dort Hilfe suchen, obwohl sie ambulant besser versorgt werden könnten, bindet das zusätzliche Kapazitäten. Deshalb müssen Patientensteuerung, Verlegungswege und die Zusammenarbeit der Krankenhäuser gut funktionieren. Hamburg arbeitet bereits daran, die verschiedenen Bereiche der Notfallversorgung stärker zu verzahnen und vorhandene Kapazitäten besser nutzbar zu machen. Auch der Bund ist gefordert, die bereits auf den Weg gebrachte Reform der Notfallversorgung jetzt zügig zum Abschluss zu bringen. Eine bessere Patientensteuerung und die engere Verzahnung von ambulanter, stationärer und rettungsdienstlicher Versorgung können die Notaufnahmen spürbar entlasten. Entscheidend ist für uns, dass Patient:innen verlässlich versorgt und die Beschäftigten in den Notaufnahmen bestmöglich entlastet werden.“

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