Gute Ideen dürfen nicht an Regierungswechseln scheitern.

Diese Woche durfte ich mit dem Vorsitzenden der DAK-Gesundheit, Herrn Storm, der Vorsitzenden des Hamburger Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Frau Dr. Husemann, dem Vorsitzenden der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, Herrn Gemmel, und dem Staatsrat für Gesundheit, Herrn Angerer, über die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung diskutieren.

Meine erste Frage war dabei: Was passiert eigentlich mit guten Ideen aus Gesetzen, die politisch nicht weiterverfolgt werden?

Gesundheitskioske. Sektorenübergreifende Versorgung. Gesundheitsregionen.

Nur weil ein Gesetz nicht kommt, werden die Ideen dahinter ja nicht automatisch schlecht.

Das Rad dreht sich schnell. Aber wir dürfen nicht bei jedem Regierungswechsel wieder bei null anfangen.

Wir haben keine Zeit zu verlieren. Unser Gesundheitssystem muss sich weiterentwickeln. Viel Geld fließt hinein – entscheidend ist aber, was bei den Menschen ankommt.

Hamburg geht mit den Lokalen Gesundheitszentren bereits einen eigenen Weg. Wir haben diese Idee aufgegriffen und setzen sie weiter um – aus eigenen Mitteln, weil wir davon überzeugt sind, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Menschen bessere Versorgung ermöglicht.

Dabei geht es um mehr als medizinische Diagnosen. Es geht auch um Beratung und die alltäglichen Sorgen, die Gesundheit beeinflussen.

Mein Ziel ist deshalb, Gesundheitsversorgung stärker in Gesundheitsregionen zu denken.

Eine Gesundheitsregion bedeutet für mich: Wir denken nicht mehr in einzelnen Einrichtungen oder Sektoren, sondern vom Menschen und seiner Lebenssituation aus.

Hausärztliche Versorgung, Krankenhäuser, Pflege, Therapie, Beratung und soziale Angebote dürfen nicht nebeneinanderstehen. Sie müssen besser zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen.

Gerade in Hamburg haben wir dafür viele gute Voraussetzungen. Es gibt zahlreiche Angebote und engagierte Akteure. Die Frage ist: Wie schaffen wir es, dieses Wissen und diese Strukturen besser miteinander zu verbinden?

Das ist Zukunftsmusik – aber eine, die wir heute beginnen sollten zu spielen.

Und vielleicht müssen wir dabei auch über Landesgrenzen hinweg denken. Denn die Menschen orientieren sich nicht an Verwaltungsgrenzen. Sie gehen dorthin, wo sie das Angebot finden, das sie brauchen.

Gesundheitsregionen könnten deshalb ein Weg sein, Versorgung neu zu denken: regional, sektorenübergreifend und konsequent am Menschen orientiert.

Gute Ideen sollten nicht verschwinden, nur weil sich politische Mehrheiten verändern.

Wir sollten sie weiterentwickeln. Und wir sollten jetzt damit anfangen.

Mein herzlicher Dank gilt den Podiumsgästen für den offenen und konstruktiven Austausch, die unterschiedlichen Perspektiven und die Bereitschaft, gemeinsam über neue Wege in der Gesundheitsversorgung nachzudenken.

Denn genau diesen Dialog brauchen wir, wenn wir unser Gesundheitssystem wirklich weiterentwickeln wollen.

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